Enigma

von Éric-Emmanuel Schmitt
aus dem Französischen von Annette und Paul BäckerEin Mann nähert sich einem einsamen Haus auf einer noch einsameren norwegischen Insel und wird von zwei auf ihn gerichteten Schüssen überrascht. Damit hat Eric Larsen, ein Lokaljournalist, dem der berühmte Nobelpreisträger Abel Znorko als einzigem seiner Zunft ein Interview gewähren will, nicht gerechnet. Der mit Preisen überhäufte arrogant- überhebliche Literat hat sich vor dem Medienrummel um seine Person in sein Landhaus auf dieser Insel zurückgezogen und scheint doch recht verschroben zu sein, wenn er seinen Gast auf diese Weise empfängt.

Das sich dann entwickelnde Interview dreht sich um das nobelpreisgekrönte Werk Znorkos, ein fiktiver Briefroman, und kommt dabei immer wieder auf die scheinbar erfundene Figur der Liebhaberin zurück. Ist sie tatsächlich eine erfundene Figur und doch eine Frau aus Fleisch und Blut? Um die Lösung dieses Enigmas, dieses Rätsels, beginnt nun ein hartnäckiges Ringen der beiden Gesprächspartner, die sich als immer ebenbürtiger erweisen, und es endet auf verblüffende Weise.

Bei der Uraufführung 1996 im Pariser Théâtre Marigny wurden die beiden Protagonisten von Alain Delon (Nobelpreisträger Abel Znorco) und Francis Huster gegeben, Volker Schlöndorff inszenierte das Stück am Renaissance-Theater Berlin und verfilmte den Stoff. In der Inszenierung des Theater Buffo fechten mit viel Witz Thomas Fedrowitz und Moritz Röhl unter Leitung von Reinhold Koch diesen verbalen Schlagabtausch um die Differenz von Liebe und Sexualität, Alltagsangst und eine rätselhafte Frau aus. Inszenierung: Reinhold KochBesetzung: Abel Znorko, Schriftsteller Thomas Fedrowitz Erik Larsen, Journalist Moritz Röhl